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Zwinglipasslager 2016

erstellt von Richard Graf zuletzt verändert: 10.08.2016 14:39

Geplant war, vor dem eigentlichen Lager drei Tage auf dem Pass Verschiedenes vorzubereiten. Doch für einmal hatten die Wetterfrösche mit ihren Prognosen recht. Der Mittwoch (13.7.) war noch erträglich, doch der Donnerstag (14.7.) bescherte uns rund 10cm Neuschnee und der Zustieg zu den Höhlen war zu gefährlich.

Die Sonne schaute am Samstag wieder durch die Wolken und unsere Kollegen erschienen auf dem Pass. Bald hatten sich alle eingerichtet und die Sucherei ging los. So fehlten Peter plötzlich die Stiefel. Alles suchen nütze nichts und ein Verdacht bestätigte sich schlussendlich. Wurde während des Lagers etwas vermisst, kam bald die Antwort: «Frag David!». Der Grund, David zog Peters Stiefel an.

In der Schneehöhle wurden die Temperaturlogger ausgetauscht und mit der Vermessung begonnen. In den Monaten Mai/Juni fiel wie letztes Jahr rund 410mm Regen und der untere Teil der Schneehöhle war überflutet. Wir werden Drucksonden installieren um feststellen zu können, ab wann sich der See im unteren Höhlenteil bildet.

Bereits am Samstag wurde eine erste Häxloch-Tour gestartet, der Eingangsschacht eingerichtet und das Disto in der Solothurnerhalle geeicht. Die folgenden Tage waren durch lange, herausfordernde und kräfteraubenden Touren bestimmt. Dabei wurde im Regenschlot zuhinterst im Flugschneisen-Mäander hoch geschlossert und dieser anschliessend vermessen. Leider konnten keine befahrbaren Fortsetzungen gefunden werden. Damit war die Arbeit im Flugschneisen-Mäander beendet und dieser wurde auf der letzten Tour ausgerichtet. Insgesamt wurden 4 Touren ins Häxloch unternommen.

Im Z7 bestand das erste Ziel im Durchgraben des Sedimentpfropfens im Picknickgang. Dahinter führt die Fortsetzung steil aufwärts und wird leider nach 10 Metern von einem Felsbrocken versperrt, der trotz mehreren Zerlegungsversuchen nicht beseitigt werden konnte. Der deutlich Luftzug und der Blick dahinter motivieren zu einem weiteren Versuch, diese Engstelle zu bezwingen. Unterhalb der Teehalle wurde die Galerie P vermessen. Sie führt zurück in den blockigen Weg. Hinter der Teehalle konnte der Hagelgang erklettert und vermessen werden, bis er nicht mehr begehbar ist. Bei der vierten Expedition wurde im Pingpong-Schacht ein voluminöser Gang entdeckt, der den Namen cochon maladroit erhielt, und seine ersten 50 m vermessen.

In einer ersten Expedition im F10 wurde die Engstelle im Rüebligang mit Hammer und Meissel vergrössert bis ein durchkommen möglich war. Anschliessend konnte der dahinter liegende Abschnitt mit 25m vermessen werden, bis eine erneute Engstelle den Weg versperrte. In einer zweiten Expedition konnte die mit Sedimenten blockierte Fortsetzung durchgraben werden.  Der Vorstoss endet an einem von Winterablagerungen verengten Loch, durch das ein starker Luftzug Richtung Ausgang bläst. Dahinter wird aufgrund des Halls ein grösserer Raum vermutet.

Die Kaltzithöhle (F4) wurde innert zwei Tagen neu vermessen. In der Höhle konnten neue unbekannte Gänge und Schächte entdeckt werden, so dass die Höhle nun eine Länge von 102m aufweisst.

Prospektion in Zone H. Insgesamt konnten 8 Eingänge lokalisiert werden. Die beiden Höhlen H1 und H8 wurden fertig vermessen. Beide mit je 17m. H1 eine kurze Schachthöhle welche in eine enge Spalte mündet, welche nicht weiter begehbar ist. Der H8 befindet sich in eine Spalte, welche weiter unten durch Blöcke versperrt ist. Die Spalte muss aber mit dem nahegelegenem H4 zusammenhängen, da die Räumungsarbeiten aus dem H4 durch die Blöcke hörbar waren. Bei H4 wird eine sehr grossräumige Höhle vermutet, dies aufgrund der langen Klangserie bei Steinwurf. Der Einstieg ist aber sehr Steinschlag gefährdet, dass aktuell noch keine Befahrung möglich war. Der Eingang konnte soweit geräumt werden, dass mit weiteren Sicherungsmassnahmen das nächste Mal eine Befahrung möglich wird.

Texte: Michel Bösch, David Stadler, Rolf Sorg, Fredy Fleury, Richard Graf,

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